Passivhaus Kallien in Aalen/ Ostalbkreis


Eine von engagierten Bauherren initiierte Siedlung mit 16 Passivhäusern im Aalener Ortsteil Nesslau ist nun komplett: die Baulücke erhält durch unser Gebäude einen auch nach aussen sichtbaren Holzbau. 
Familie Kallien wählte unser Team aufgrund unserer grossen Passivhauserfahrung und der Vielfalt an individuellen Passivhäusern, die wir ausführlichst auf der Homepage präsentieren. Als Architektin konnte Frau Kallien wichtige Ideen in die Planung einbringen, jedoch wurden die Architektenleistungen aufgrund der Entfernung (Aachen-Aalen) - zum Glück - an einen Kollegen vergeben. Dies war eine spezielle Herausforderung, die wir gerne angenommen haben!

Auf einem optimal nach Süden ausgerichteten Grundstück wurde ein Bebauungsplan speziell für die Passivhaussiedlung im "Sonnenwinkel" entwickelt und dies auch in den Festsetzungen mit dem Zwang zu einer Zertifizierung geregelt. 
Unser Gebäude wurde - wie die meisten anderen Projekte in der Siedlung - mit einem extensiv begrünten Pultdach ausgeführt. Der kompakte, sich nach Süden öffnende Baukörper ist im Hanggeschoss in massiver Bauweise, in den oberen zwei Geschossen in reiner Holzbauweise errichtet. 
Im Norden wurde das Treppenhaus mit Eingangsbereich aus der kompakten Hülle hervorgeschoben. Das frei auskragende Glasdach betont die Eingangssituation.
Auf der Südseite ist dem Wohn-Essbereich ein Balkon vorgelagert, über den auch der Gartenbereich erreicht werden kann.
Der schöne Ausblick in Richtung Südost und Südwest wird  durch "Übereckfenster" als besondere Lösung umgesetzt. Ebenso ist der Essplatz etwas aus dem Gebäude herausgerückt, sodass auch hier die tolle Aussicht optimal genossen werden kann.
Die 5-köpfige Familie teilt sich die 3 Geschosse wie folgt: die Kinder sind im Hanggeschoss mit direktem Zugang zum Grünbereich, der Elternbereich befindet sich im Dachgeschoss und im Erdgeschoss sind Küche, Essen und Wohnraum mit einem vorgelagerten Stahlbalkon. Das Hanggeschoss kann später auch als Einliegerwohnung genutzt werden.

Das Gebäude sowie der Carport sind mit einer horizontalen, gehobelten Lärchenschalung bekleidet. Der hervortretende Treppenhausbaukörper mit dem frei auskragenden Glasvordach erhält eine "mutige" rote Farbe, die sich an einigen Fenstern als Farbtupfer wiederholen

Im Gebäude wurden drei gänzlich unterschiedliche Dämmarten verwendet: Die Bodenplatte steht auf fast 50 cm Schaumglasschotter (aufgeschäumtes Recyclingglas als Dämmung und Drainageschicht). Die Aussenwände des Hanggeschosses sind aus Stahlbeton (Hangdruck) und wurden mit einer EPS-Dämmung (expandiertem Polystyrolschaum) ausgeführt. Die beiden oberen Geschosse, sowie das Dach, bestehen aus einer Holzkonstruktion mit speziellen Stegträgern und 36 cm Zellulosedämmung.

 

Baustellenbilder    
Fotos vom Tag des Passivhauses 2005
Veröffentlichungen


Daten:
Baujahr: 2004 Bauzeit: 4 Monate
Standard: Passivhaus Verbrauch: 15 kWh/m²a
Wohnfläche: 204 m²   Umbauter Raum: 894 m³ 
Grundstück: 376 m²


Besonderheiten:

- Zertifiziert durch das Passivhausinstitut Darmstadt am 11.08.2004
- Passivhaus mit Pelletheizung für die Warmwasserbereitung und "Rest"-Heizung
- Kontrollierte Be- und Entlüftung mit Erdwärmetauscher
- Solarkollektoren in die Fassade integriert
- Dämmung der Bodenplatte mit Recyclingglas
- Regenwasserzisterne für WC-Spülung und Gartenbewässerung vorgesehen
- Drucktest n50 : 0,47
- Zertifiziert durch das Passivhausinstitut Darmstadt am 11.08.2004



Projektleiter:   Martin Wamsler
Mitarbeiter:     Rita Schollenberger, Ingrid Reichmann




Martin Wamsler   Dipl. Ing. (FH)  Freier Architekt BDA   88677 Markdorf    Weinsteige 2    Fon: 07544-8104    Fax: 07544-72434